Igor Igel

Irgendwann wurde in der Kleinstadt Stachelfurth ein kleiner Igel mit Namen Igor geboren. Es war ein Sonntagnachmittag, kurz nach dem Kaffeetrinken, als Igor Igel das Licht der Welt erblickte.
Weil die Geburt eines Kindes immer ein großes Ereignis ist, kamen auch alle Nachbarn vorbei und brachten viele Geschenke. Doch als Frau Schildkröte und Herr Ratte das Igelkind in der Wiege sahen, erschraken sie.
Igor hatte keinen einzigen Stachel, sondern vom Kopf bis zum Popo feuerrote Locken. Sein Gesicht war außerdem übersät mit Sommersprossen. Einen Igel mit roten Locken und Sommersprossen hatten sie weiß Gott noch nie gesehen.
Aber seine Eltern liebten ihren einzigen Sohn über alle Maßen. Igor wuchs heran und erkannte ziemlich früh, dass er anders war als seine Artgenossen.
Er konnte sich zwar bei Gefahr wie die anderen zusammenrollen, aber aus seinen Locken wurden keine Stacheln, auch wenn er sich noch so anstrengte. Zusammengerollt sah er aus wie eine feuerrote Wollkugel.
Und die anderen Igelkinder wollten nichts mit ihm zu tun haben. Mit einem Igel mit roten Locken und Sommersprossen wollten sie nicht spielen.
Eines Tages kam die Nachbarskatze Wotan vorbei. Igor kitzelte Wotan mit seinen Locken solange an der Nasenspitze, bis er niesen musste. Dann stupste Wotan solange den eingerollten Igor wie einen Wollknäuel hin und her, bis eine lustige Rauferei in Gang kam.
Und so freundeten sie sich an und wurden schließlich unzertrennlich. Und beide waren stolz und glücklich, einen so besonderen Freund zu haben.